Marta Dyachenko

Stipendium im Jahr: 2021

 
Marta Dyachenko, geboren 1990 in Kiew
Meiterschülerin bei Prof. Manfred Pernice, Universität der Künste
 
Marta Dyachenko erhält das 24. Stipendium der Bernhard-Heiliger-Stiftung. Sie hat Bildhauerei und Architektur an der Universität der Künste studiert. Von der Fachjury bestehend aus Anna Kathrin Distelkamp (Beirat Bernhard-Heiliger-Stiftung), Dr. Georg Elben (Direktor Skulpturenmuseum Glaskasten Marl), Professor em. Dr. Robert Kudielka (Universität der Künste/Beiratsvorsitzender Bernhard-Heiliger-Stiftung) sowie Gabriele Werneburg (Redakteurin Bildende Kunst taz) wurde sie für ihre raumgreifenden Skulpturen aus 37 Bewerbungen ausgewählt. Die Jury überzeugte besonders ihren Umgang mit dem Material Beton, das als spannungsreicher Kontrast zu den Werken Bernhard Heiligers hervorgehoben werden kann.
 
Marta Dyachenko lebt und arbeitet in Berlin. Sie beschäftigt sich mit Fragen zu Grenzen und Verflechtungen zwischen privaten und öffentlichem Raum sowie den oftmals fließenden Übergängen von Stadt- und Landschaftszonen. Die Wahl einer künstlerischen Intervention ist für die Künstlerin stets geleitet von einem persönlichen Interesse für einen bestehenden Ort. Dabei geht es ihr um seinem Status quo, seine Geschichte ebenso wie seinen mediale Austritt als konstruiertes Bild. Dyachenkos Herangehensweisen an den Raum ist konzeptuell. Ihre Strategie ist dabei, die vorgefundenen atmosphärischen Qualitäten über gestalterische Interventionen erfahrbar zu machen und möglichst zu verstärken. Der künstlerische Eingriff kann auch darüberhinaus zu einer programmatische Umwidmung des Ortes führen – der bestehende Raum wird reflektiert und transformiert.
 
Für den Emscherkunstweg hat die Künstlerin in Zusammenarbeit mit Julius von Bismarck die ortsspezifische Installation NEUSTADT mit entwickelt und realisiert. Eröffnet im Mai 2021 wurden 23 Architekturmodelle im Maßstab 1:25 von ehemaligen öffentlichen Gebäuden im Ruhrgebiet aufgestellt. Hier trifft der Wohnkomplex der Nachkriegszeit entlang einer fiktiven Route auf längst abgerissene Kirchen oder Volkshochschulen.
 
 

©Wedelin Kammermeier ©Hennig Rogge ©Johanna Landscheidt