Zazzaro Otto

Stipendium im Jahr: 2018

geboren 1988 in Sassuolo, Italien
Meisterschüler bei Prof. Katja Strunz,Universität der Künste Berlin

zazzarootto.com

"FixItAgainTony", 2017, Courtesy of CIY Paris and the artist. Photo by Matteo Cirenei

“Es wäre nicht passiert …”

5. März 2020

ab 18 Uhr | Vorbesichtigung  

ab 19 Uhr | Gespräch mit dem Künstler Zazzaro Otto und dem Kunsthistoriker Dr. Ernst A. Busche. Moderiert von Thorsten Jantschek (Deutschlandradio Kultur)

Zazzaro Otto erhielt das Bernhard-Heiliger-Stipendium 2018 und präsentiert nun eine Auswahl seiner Werke im Kunsthaus Dahlem. Seine bildhauerische Praxis reicht von aus Objektteilen zusammengesetzten absurden Maschinerien, Gebilden und phantastischen Fahrzeugen bis hin zu Videoaufnahmen, in denen Skulpturen dekonstruiert werden. Häufig nehmen seine Assemblagen dabei dadaistische Züge an. Motiviert von der Familiengeschichte referiert der italienische Künstler auf aktuelle gesellschaftliche und ideologische Kämpfe und Phänomene. Dabei setzt er sich unter anderem immer wieder mit der Funktion und der ikonographischen Wirkung von historischen Symbolen und Zeichen in der Gesellschaft auseinander, hinterfragt deren An- und Abwesenheit.

Die Beschäftigung mit der Architektur des zwischen 1938 und 1942 errichteten ehemaligen Staatsateliers von Arno Breker bewegte Zazzaro Otto dazu, den Diskurs um die Geschichte des Baus aufzunehmen und eine Installation für den Außenbereich des Kunsthaus Dahlem zu entwickeln. Der mysteriös anmutende Frakturschriftzug „Lorem ipsum, dolor sit amet“ wird am Eröffnungsabend den vorderen und dem hinteren Eingang des Hauses beleuchten. Die Worte markieren den Anfang eines Blindtextes, den Grafiker nutzen, um einen Text visuell in ein Design einzubetten. Inhaltlich laufen sie ins Leere, sind aber gleichzeitig Platzhalter. Die Frakturschrift war zeitweise eine von den Nationalsozialisten präferierte Schrifttype, wobei sich der Künstler durch die Verwendung von Leuchtschrift dem Vorwurf des Plakativen entzieht. Der mahnende Charakter der Arbeit legt einen wunden Punkt der gesellschaftlichen Vergangenheitsbewältigung offen und erinnert mit ironischer Ernsthaftigkeit an die Fragilität von historischem Bewusstsein.

Mit dem Titel seiner Präsentation referiert Otto auf Uchronien – Geschichten, die mit der Vorstellung spielen, das wichtige historische Ereignisse anders verlaufen wären.

Die ortsspezifische Installation wird nur am Eröffnungsabend zu sehen sein. Weitere Werke werden für zwei Wochen im Heiliger Atelier ausgestellt.

Eröffnung und Gespräch: 5. März 2020 | ab 18 Uhr

Ort: Kunsthaus Dahlem | Käuzchensteig 8 | 14195 Berlin

Das Cafe im Kunsthaus Dahlem ist geöffnet!

 

(Abb. oben | Zazzaro Otto, FixItAgainTony, 2017, Tapisserie de Mirafiori. Courtesy of CIY Paris and the artist. Photo by Matteo Cirenei)