Zazzaro Otto

Stipendium im Jahr: 2018

geboren 1988 in Sassuolo, Italien
Meisterschüler bei Prof. Katja Strunz,Universität der Künste Berlin

 

“Es wäre nicht passiert …”

11. September 2020 | 18 Uhr  –   Präsentation ausgewählter Werke und um 19 Uhr Künstlergespräch mit dem Kunsthistorikr Dr. Ernst A. Busche. Moderiert von Thorsten Jantschek (Deutschlandradio Kultur)

12. September 2020 | 14  Uhr –  Tag des offenen Denkmals 2020 in Berlin “Denk_mal nachhaltig”: Präsentation und Vortrag zur Erinnerungskultur (Mit Bitte um Anmeldung bis zum 11. Sept. 2020 unter info@bernhard-heiliger-stiftung.de)

Zazzaro Otto erhielt das Bernhard-Heiliger-Stipendium 2018 und präsentiert nun eine Auswahl seiner Werke im Kunsthaus Dahlem. Seine bildhauerische Praxis reicht von aus Objektteilen zusammengesetzten absurden Maschinerien, Gebilden und phantastischen Fahrzeugen bis hin zu Videoaufnahmen, in denen Skulpturen dekonstruiert werden. Häufig nehmen seine Assemblagen dabei dadaistische Züge an. Motiviert von der Familiengeschichte referiert der italienische Künstler auf aktuelle gesellschaftliche und ideologische Kämpfe und Phänomene. Dabei setzt er sich unter anderem immer wieder mit der Funktion und der ikonographischen Wirkung von historischen Symbolen und Zeichen in der Gesellschaft auseinander, hinterfragt deren An- und Abwesenheit.

Die Beschäftigung mit der Architektur des zwischen 1938 und 1942 errichteten ehemaligen Staatsateliers von Arno Breker bewegte Zazzaro Otto dazu, den Diskurs um die Geschichte des Baus aufzunehmen und eine Installation für den Außenbereich des Kunsthaus Dahlem zu entwickeln. Der mysteriös anmutende Frakturschriftzug „Lorem ipsum, dolor sit amet“ wird am Eröffnungsabend den vorderen und dem hinteren Eingang des Hauses beleuchten. Die Worte markieren den Anfang eines Blindtextes, den Grafiker nutzen, um einen Text visuell in ein Design einzubetten. Inhaltlich laufen sie ins Leere, sind aber gleichzeitig Platzhalter. Die Frakturschrift war zeitweise eine von den Nationalsozialisten präferierte Schrifttype, wobei sich der Künstler durch die Verwendung von Leuchtschrift dem Vorwurf des Plakativen entzieht. Der mahnende Charakter der Arbeit legt einen wunden Punkt der gesellschaftlichen Vergangenheitsbewältigung offen und erinnert mit ironischer Ernsthaftigkeit an die Fragilität von historischem Bewusstsein.

Mit dem Titel seiner Präsentation referiert Otto auf Uchronien – Geschichten, die mit der Vorstellung spielen, das wichtige historische Ereignisse anders verlaufen wären.

Die ortsspezifische Installation wird nur am Eröffnungswochende zu sehen sein. Weitere Werke werden für zwei Wochen im Heiliger Atelier ausgestellt.

Ort: Kunsthaus Dahlem | Käuzchensteig 8 | 14195 Berlin

Das Cafe im Kunsthaus Dahlem ist geöffnet!

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
zazzarootto.com